Braun FS-120 Mittelformatscanner Testbericht

Nachdem die deutsche Firma Braun Phototechnik GmbH aus Nürnberg schon seit vielen Jahren hochwertige Magazinscanner zum Scannen von gerahmten Kleinbild-Dias verkauft, kam im Juli 2013 der erste Mittelformatscanner von Braun Phototechnik auf den Markt. Es handelt sich um den FS-120 - ein Gerät sowohl zum Scannen von Mittelformatfilmen als auch zum Digitalisieren von gerahmten Kleinbild-Dias bzw. Kleinbild-Filmstreifen.


In unserem Filmscanner-Shop sind der Braun FS-120 sowie zusätzliche Braun Filmhalter erhältlich.

Das Gerät macht von außen einen hochwertigen Eindruck. Mit einer nominalen Auflösung von 3200 dpi, einer Farbtiefe von 48 Bit und einer maximalen Dichte von nominal größer als 3,6 (Herstellerangaben) kann man hochwertige Scans erwarten. Zudem wird das Gerät standardmäßig mit der professionellen Scan-Software SilverFast Ai Studio ausgeliefert. Wie bereits auch die Multimag Slides Scan Reihe, sieht der FS-120 dem Modell von Reflecta sehr ähnlich. Wie sich der Mittelformatscanner von Braun Phototechnik in der Praxis bewährt, welche Auflösung man tatsächlich erzielt und wie gut die Bildqualität ist, vorallem auch im Vergleich zum Reflecta MF5000 und zum Nikon 9000, werden wir im nachfolgenden Testbericht untersuchen.

Ausstattung, Zubehör und Leistungsdaten des Braun FS-120

Muss man bei Flachbettscannern oder beim Nikon 9000 noch sehr viel Platz auf dem Schreibtisch freiräumen, verspricht der Braun FS-120 mit seinen Maßen von 320x165x160 mm bei 5,3kg kein Platzräuber auf dem Schreibtisch zu werden. Im Lieferumfang ist alles enthalten um mit dem FS-120 direkt die ersten Mittelformate zu scannen. Nicht zuletzt durch die enthaltene Scansoftware Silverfast Ai Studio 8 bleiben bei der Ausstattung erstmal keine Wünsche offen. Es ist zwar auch die herstellereigene CyberView Software enthalten, jedoch wird man auf diese eher selten zurückgreifen wenn man in Besitz einer SilverFast Lizenz ist.

Brauns erster Mittelformatscanner FS-120

Es werden insgesamt drei Filmhalter mit geliefert: der KB-Diahalter für 4 gerahmte Dias, der Filmhalter für KB-Filmstreifen mit bis zu 6 Bildern und der Mittelformathalter für Filmstreifen bis 22cm Länge. Am Gerät selber lässt sich schnell erkennen, dass die beiden Kleinbildhalter über einen Schlitz seitlich in den Scanner geschoben werden können. Für den Mittelformathalter gibt es an der Front des Scanners einen größeren Schlitz. An diesem befindet sich eine Schutzklappe um das Geräteinnere vor Staub zu schützen. Deweiteren befindet sich an der Front auch der Ein/Aus Knopf, ein "Scan"-Knopf und die blaue Status LED-Leuchte direkt neben dem Ein/Aus Knopf.

An der Rückseite verfügt der FS-120 über einen USB 2.0 Anschluss und den Stromanschluss. Betrachtet man die Oberseite des Scanners würde man meinen, dass im hinteren Drittel Lüftungsschlitze angebracht sind. Bei genauerem Hinsehen stellt man aber fest, dass diese wohl nur zur Deko dienen. Der Scanner steht auf vier kleinen Gummihalbkugeln, die leichte Vibrationen gut abzufedern können. Der Korpus wirkt durch die silberne Farbe zwar als wäre er - wie die Nikon-Scanner - aus Metall, er ist jedoch aus Plastik.

Brauns FS-120

Sehen wir uns nun die Herstellerangaben an. Werden die meisten Scanner mit Auflösung jenseits des Vorstellbaren beworben, wirbt Braun mit einer optischen Auflösung von 3200 dpi für den 3-Zeilen–CCD-Sensor. Dass hier eine, auf den ersten Blick niedrige Auflösung angegeben wird, könnte ein gutes Zeichen sein, dass unsere Ergebnisse des Auflösungstest nicht all zu weit von der Herstellerangabe abweichen. Ob dem so ist, werden wir im Kapitel Bildqualität testen. Der angegebene Dichteumfang von größer 3,6 Dmax ist eher Standard, denn dieser wird von vielen anderen Filmscannern sogar überboten. Man kann hier also in etwa von einem Dichteumfang von 3,0 ausgehen. Somit muss man bei sehr hellen und sehr dunklen Bereichen in kontrastreichen Filmen mit Einbußen rechnen. Wie auch der Magazinscanner Braun Multimag SlideScan 6000 verfügt der FS-120 über die MAGIC TOUCH Technologie zur Staub- und Kratzerkorrektur. Das MAGIC TOUCH Logo prangt auch als Aufkleber an der Front des Scanners.

Filmhalter des FS-120

Nun stellt sich noch die Frage, welche Filmformate lassen sich im Mittelformatbereich scannen. Die Standard-Formate 6x4,5 cm, 6x6 cm, 6x7 cm, 6x8 cm und 6x9 cm lassen sich scannen, und auch Fans der Mittelformat-Panoramafotografie kommen auf ihre Kosten. Denn auch 6x12cm Filme lassen sich mit dem Braun FS-120 einscannen. Ein kleiner Trost für alle Extrem-Panroama-Fotografen bis 6x19cm ist, dass sich in den Filmhalter auch 22cm lange Filmstreifen einlegen lassen. So könnte man nach dem ersten Scan den Film drehen und die andere Hälfte scannen. In der Bildbearbeitung muss man dann nur noch die beiden Scans zusammensetzen - ein aufwändiges Verfahren, aber immerhin eine Methode, mti der man sehr breite Panoramabilder digitalisieren kann.

Installation und Inbetriebnahme des Braun FS-120

Hat man den Scanner ausgepackt und auf dem Schreibtisch aufgestellt, installiert man zuerst die SilverFast Software auf dem PC. Nach erfolgter Installation und Neustart des Rechners kann man den Scanner via USB 2.0 mit dem Rechner verbinden. Am besten benutzt man hierzu einen USB-Port der direkt mit dem Motherboard des Computers verbunden ist; diese befinden sich meist auf der Rückseite des PCs. Auch vom Verwenden eines USB-Hubs sollte abgesehen werden. Dies führt häufig zu Problemen bei der Verbindung. Als nächstes stellt man noch die Stromversorgung über das mitgelieferte Netzeil her und schon kann man den Scanner mit Hilfe des leichtgängigen Ein/Aus-Knopfes einschalten.

Anschlüsse an der Rückseite des Braun FS-120

Die blaue LED beginnt zu blinken, der Scanner gibt die ersten Geräusche von sich und der PC meldet "Neue Hardware gefunden". Dieser Vorgang dauert eine knappe Minute. Sobald der PC anzeigt, dass die neue Hardware installiert wurde und die LED am Scanner dauerhaft blau leuchtet, ist der Scanner betriebsbereit. Man kann nun die SilverFast Scan-Software öffnen. Es empfiehlt sich direkt die Registrierung vorzunehmen und die Software auf Updates zu prüfen. Es ist vor allem dann wichtig ein Update zu machen, wenn man eine Versionsnummer nutzt die älter ist als die 8.0.1r26. Denn der Braun FS120 wird erst ab der SilverFast 8.0.1r26 im vollen Umfang unterstützt. Das Update kann über die Lasersoft Imaging Homepage oder den Service-Dialog beim Startbildschirm der Software erfolgen.

SilverFast kann in 10 verschiedenen Sprachen ausgeführt werden. Eine extra Installation ist hierzu nicht erforderlich. Auf dem Startbildschirm von SilverFast lässt sich unterhalb der Bildquelle die Sprache einstellen.

Braun FS-120

Im Startbildschirm von SilverFast wird die Bildquelle noch mit "Reflecta MF 5000 USB" angegeben. Startet man dann die Software, zeigt sie "Silverfast 8.0 Braun FS120" an. Dies ist ein erstes Indiz dafür, dass es außer der Typbezeichnung und dem Herstellernamen doch kleine Unterschiede zwischen dem ähnlich aussehenden Modell von Reflecta und dem von Braun geben muss. Hat man direkt den Mittelformathalter eingelegt, steht dort noch 120mm. Schiebt man den Filmhalter erst nach dem Öffnen der Software in den Scanner, zeigt SilverFast an "Lade neuen Diahalter. SilverFast 8 wird neu gestartet". Nach dem Bestätigen dieser Meldung, wird SilverFast neu geöffnet und man kann mit dem Scannen loslegen.

Scannen von gerahmten Kleinbild-Dias mit dem Braun FS-120

Braun FS-120

Auch wenn wahrscheinlich das Hauptziel eines Braun FS-120 Käufers das Mittelformatscannen ist, gehen wir zunächst auf die Möglichkeit ein, Dias und Filme im Kleinbildformat zu scannen, denn von diesen haben die meisten Mittelformat-Fotografen auch einige im Archiv. Um Kleinbilddias zu scannen, werden diese in den dafür vorgesehenen Filmhalter gesteckt. In den Diahalter passen bis zu 4 Dias; die maximale Stärke der Rähmchen darf 3,2 mm betragen.

Diahalter

Der Diahalter verfügt auf der einen Seite über vier halbkreisförmige Aussparungen. Diese dienen dem einfachen Entnehmen der Dias aus dem Halter. Links und rechts am Diahalter sind weiße Pfeile angebracht, und ein kleines weißes Viereck mit den Buchstaben "abc". Dies hilft einem die Dias Seitenrichtig in den Filmhalter einzulegen, und die Pfeile zeigen an, wie der Halter in den Scanner rein geschoben werden muss. Denn wie bereits weiter oben erwähnt wurde befindet sich über dem Schlitz für die Filmhalter jeweils auch ein Pfeil.

Um das Scanner-Innere vor Staub und Verschmutzung zu schützen, empfiehlt es sich dringend, die Dias vorab mit einem Druckluftspray oder einer Antistatik Bürste zu reinigen. Die groben Staub und Fussel bleiben dann außerhalb des Scanners, und um den feinen Staub und Kratzer kümmert sich (außer bei SW-Bildern) die Staub- und Kratzerkorrektur MAGIC-TOUCH.

Einschub des Kleinbild-Diahalters in den Braun FS-120

Hat man seine Dias in den Halter geschoben, kann man den Diahalter nun in den Scanner stecken. Ob dies von links nach rechts oder umgekehrt passiert, spielt für den Scanner kaum eine Rolle. Der weiße Pfeil des Diahalters und der silberne Pfeil des Scanners müssen übereinander stehen. Der Diahalter wird dann soweit geschoben, bis der erste Wiederstand zu merken ist. Der Halter ist dann an der ersten Scanposition eingerastet. Da der Braun FS-120 nicht über einen automatischen Einzug der Diahalter verfügt, wie z.B. der Mittelformatscanner Nikon 9000, muss man den Diahalter nach jedem Scan eine Position weiterschieben. Das automatische Scannen der vier Dias ist somit leider nicht möglich.

Zum Scannen stehen einem alle Funktionen der SilverFast 8 Software zur Verfügung. Es empfiehlt sich auch eine IT-8 Kalibrierung mit einem der extra erhältlichen 35mm Targets vorzunehmen. Zuerst macht man einen Vorschauscan, stellt dann die Einstellung entsprechend den eigenen Vorstellungen ein und startet den Scan. Ist der Scan fertig, schiebt man den Diahalter auf die nächste Position.

Am besten Überbrücken lässt sich die Zeit, wenn man die ArchiveSuite der SilverFast Software nutzt. Hier scannt man mit SilverFast Ai Studio die Dias als Rohdaten im HDR(i) Format. Es ist dann nicht notwendig irgendwelche Einstellungen (wie z.B. Tonwerte, Gradation, etc.) zu verändern. Ist das erste Bild gescannt, schiebt man den Diahalter auf die nächste Position und startet den Scan. Während das zweite Bild scannt, kann man das erste mit SilverFast HDR Studio bearbeiten und abspeichern. So lässt sich auch ohne automatische Diahalterführung ein fließender Workflow realisieren. Außerführliche Informationen zum Scannen mit Rohdaten finden Sie auf unserer Seite über SilverFast HDR.

Scannen von Kleinbild-Filmstreifen mit dem Braun FS-120

Bei Kleinbildfilmstreifen läuft es fast genauso wie bei den gerahmten Kleinbilddias. Der Filmhalter fasst jedoch Filmstreifen oder Einzelnegative bis zu sechs Bilder. Bei dem von uns getesteten Scanner waren auf dem Filmhalter, der sich im Lieferumfang befand, die weißen Pfeile mittig aufgebracht. Dies kann schnell für Verwirrung sorgen, denn diese können nicht mit der Position am Scanner selbst übereinstimmen. Daher haben wir uns an dem Symbol des kleinen Filmstreifens mit den Buchstaben "abc" orientiert. Wie auch beim Diahalter müssen diese Buchstaben auf dem Kopf stehen. Im Gegensatz zum Diahalter sind die Fenster des Filmhalters mit den Zahlen von eins bis sechs beschriftet.

Filmstreifenhalter Filmstreifenhalter

Der Filmhalter lässt sich nach hinten aufklappen. Hierzu muss nur die Verriegelung, die sich zwischen Bild drei und vier befindet, gelöst werden. Einfach das geriffelte Plastik-Viereck in Pfeilrichtung ein Stück heraus ziehen und schon kann man den Filmhalter aufklappen. Nach dem Einlegen der Filme einfach wieder zuklappen und die Verriegelung wieder zurück schieben. Aufgrund der Nummerierung empfiehlt es sich den Filmhalter von links nach rechts durch den Scanner zu führen. Der Scanablauf selbst unterscheidet sich nicht vom Scannen von gerahmten KB-Dias. Zu bemerken ist noch, dass man natürlich nicht nur einen einzigen langen Filmstreifen in den Filmstreifenhalter einsetzen kann, sondern man kann auch zwei kleine Streifen oder einzelne Negative nebeneinander in den Filmhalter legen. Das Einlegen von Einzelbildern ist jedoch eine mühsame Angelegenheit, da die Bilder immer wieder verrutschen. Hier hilft auf alle Fälle eine spezielle Pinzette, um die einzelnen Bilder besser greifen und positionieren zu können.

Einschub des Kleinbild-Filmhalters in den Braun FS-120

Zum Reinigen der Negative empfiehlt es sich vorab mit einer Antistatik Bürste die Negative vom Staub zu befreien. So gelangt kein grober Staub in den Scanner. Sollte doch mal Staub in den Scanner gelangt sein, merkt man dies am häufigsten an Streifen, die in Scanrichtung verlaufen. Am besten hat man dann ein Druckluftspray zur Hand, pustet über die Schlitze links und rechts in den Scanner, und der Staub löst sich wieder vom Sensor. Generell gilt, dass man beim Arbeiten von Filmstreifen (egal ob Kleinbild oder Mittelformat) immer Baumwollhandschuhe tragen sollte. Denn speziell beim Hantieren mit Filmstreifen oder Einzelbildern kommt es immer wieder vor, dass man aus Versehen das Filmmaterial berührt und somit störende Fingerabdrücke auf dem Film hinterlässt.

Scannen von Mittelformaten mit dem Braun FS-120

Kommen wir nun zum eigentlichen Hauptziel des Braun FS-120, nämlich dem Scannen von Mittelformaten. Der Mittelformatfilmhalter des FS-120 verfügt über eine Aussparung, die das Scannen von Filmen mit maximal 14 cm Breite erlaubt. Eingelegt werden können hingegen auch Filme bis 22cm Breite, denn üblich sind z.B. 6x6 cm Filme in Dreier-Streifen geschnitten oder 6x9 cm Filme in Zweier-Streifen. Es ist somit dann nicht nötig, einen Streifen zum Scannen zu zerschneiden. Das ist ein großer Pluspunkt des Braun FS-120 Mittelformathalters.

Braun FS-120

Der Filmhalter besitzt zwei aufklappbare Halteschienen. Diese werden nach dem Zuklappen von Magneten gehalten. Die Fixierung mittels Magneten ist eine sehr gute Lösung, da sie im Gegensatz zu mechanischen Verschlüssen keinem Verschleiß unterliegt. Der Film sitzt dann sicher im Filmhalter, und es besteht keine Gefahr beim Öffnen des Filmhalters etwas abzubrechen. Die untere Schiene lässt sich mittels eines in der Mitte angebrachten Schiebereglers entriegeln. So kann die untere Schiene verschoben werden um den Film zu spannen. Diesen Mechanismus benutzen auch die Mittelformatfilmhalter des Nikon 9000.

Über den Schlitz an der Scanner-Front wird der mit Mittelformaten bestückte Filmhalter in den Scanner geschoben. Auch hier hat der FS-120 keinen automatischen Einzug. Doch dieser ist auch gar nicht notwendig, denn der Filmhalter wird einfach ganz in den Scanner geschoben. Der zu scannende Ausschnitt von maximal 14 cm kann nun vom FS-120 ganz erfasst werden. Das Einstellen des Filmformats, wie man es beim Nikon 9000 oder beim Plustek 120 kennt, ist somit nicht notwendig. Man kann nach dem Vorschauscan einfach den Scanrahmen entsprechend der Größe des Mittelformats legen.

Braun FS-120

Möchte man einen Filmstreifen mit drei 6x6 cm Bildern scannen, legt man den Filmstreifen zuerst so ein, dass das erste Bild links ist. Nun kann man Bild Nr. 1 und Bild Nr. 2 scannen. Anschließend nimmt man den Filmhalter aus dem Scanner, öffnet die Halteschienen und dreht den Filmstreifen um 180°. Nun liegt das Bild Nr. 3 auf der linken Seite, auf dem Kopf. Die Bühne wird wieder in den Scanner geschoben, man macht am besten anschließend einen Prescan und stellt auch in der Software eine 180° Drehung ein. Nun kann das dritte Bild gescannt werden. Es ist zwar etwas umständlicher als beim Nikon 9000, der von Haus aus drei 6x6 cm Bilder scannen kann, jedoch bleibt einem immerhin das Zerschneiden der Filme erspart.

Hat man den Vorschauscan gemacht, fällt einem auf, dass man sowohl unten als auch oben und auf der linken Seite die Grenzen des Filmhalters im Bild hat. Der exakt scanbare Bereich liegt daher bei 5,58 x 13,69 cm.

Die mitgelieferte Software des Braun FS-120

SilverFast 8 gehört zum Lieferumfang des Braun FS-120

Im Lieferumfang des Braun FS-120 ist sowohl die herstellereigene CyberView Software als auch die professionelle SilverFast Ai Studio 8 enthalten. Optional kann man das Software Paket noch um SilverFast HDR Studio und um Adobe® Photoshop® Elements erweitern. CyberView wird in diesem Fall eigentlich nur dazu benötigt um eventuelle Firmware-Updates zu installieren, denn dies ist über SilverFast nicht möglich. Ansonsten empfiehlt es sich natürlich direkt mit der hochwertigen SilverFast Software zu arbeiten. Diese muss, wie bereits bei oben beschrieben, mindestens Version 8.0.1r26 sein. Die SilverFast Software für den Reflecta MF-5000 kann, aufgrund der sehr ähnlichen Treiber auch für den Braun FS-120 verwendet werden. Es handelt sich also nicht um einen Lieferfehler, sollte man die Software für den Reflecta Scanner erhalten.

Die SilverFast 8 Studio Software wird zusammen mit dem Braun FS-120 geliefert

Features wie Multi-Exposure, die Auto-IT-8-Kalibrierung und die NegaFix Profile sorgen für optimale Scanverhältnisse. Scannt man Dias, ist es absolut hilfreich sich ein IT-8 Target zur Kalibrierung des Scanners zuzulegen. IT-8 Kalibrierungsdias gibt es die Filmsorten Kodak, Fuji und Kodachrome. In unserem Shop finden Sie Original- Lasersoft Imaging IT-8 Targets auf unterschiedlichen Filmen und in unterschiedlichen Formaten. Für die Qualität der IT-8 Farbkalibrierung spielt es keine Rolle, ob man die bewährten 35mm Targets im Diarahmen oder größere Targets (z. B. 6x7 cm) verwendet. Die 35mm KB IT-8 Targets haben den großen Vorteil, dass sie leicht handzuhaben sind und man sich nicht um Wölbung Gedanken machen muss.

Ausführliche Informationen rund um SilverFast 8 und die SilverFast HDR Software gibt es auf unserer Fragen und Antworten Seite zu SilverFast.

Die Bildqualität des Braun FS-120

Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt unseres Scannertests, der Bildqualität. Es stellt sich ja bei jedem neuen Scanner, und erst recht bei Mittelformat-Scannern, die Frage: Kann der Sanner qualitativ mit dem langjährigen Spitzenreiter Nikon SuperCoolscan 9000ED mithalten oder ist es gar besser?. Schauen wir uns hierzu erstmal die Angaben des Herstellers an. Braun Phototechnik gibt eine maximale optische Auflösung von 3200 dpi an. Ein vollformatiger Kleinbildscan besteht dann aus 4535 x 3024 Pixeln. Man erhält vom Kleinbild also eine Datei mit 13,7 Megapixeln. Bei einem 6x6 Mittelformat Scan mit der höchsten Auflösung von 3200 ppi enthält das digitale Bild 6930 x 6930 Pixel. Ein 6x6 Mittelformatscan besteht folglich aus 48 Megapixeln.

Diese Werte klingen zunächst vielversprechend. Wie es aber um die effektiv erzielbare Auflösung steht, die von wesentlich mehr Faktoren abhängt als von der physikalisch vom CCD-Sensor des Scanners erfassbaren Anzahl an Bildpunkten, wollen wir nun anhand eines Auflösungstests mit dem USAF-1951 Testchart überprüfen (siehe dazu unsere Seite zum Thema Auflösung):

Ein Auflösungstest ergibt beim Braun FS120 eine effektive Auflösung von 3270 dpi.

Bei einem Scan mit der Nominalauflösung von 3200 dpi lassen sich gerade noch die horizontalen Linien des Elements 5.6 (entspricht 2896 dpi) und die vertikalen Linien des Elements 6.2 (entspricht 3649 dpi) differenzieren. Das ergibt eine gemittelte Auflösung von ca. 3270 dpi, also ca. 102% der Nominalauflösung, die vom Hersteller angegeben wird. Das ist ein sensationelles Ergebnis. Erstmals haben wir bei einem Scanner eine höhere Auflösung gemessen als die Nominalauflösung. Und spätestens hier wird klar, dass der Reflecta MF 5000, der nur 95% der Herstellerangabe erreicht, nicht einfach ein Braun FS-120 mit anderem Gehäuse ist.

Als möglicher Konkurrent zum Nikon Super Coolscan 9000 ED muss sich der Braun FS-120 auch dem direkten Vergleich mit diesem Top-Filmscanner stellen: Der Nikon 9000 liefert eine effektive Auflösung von 3900 dpi bei einer Herstellerangabe von 4000 dpi, was bei einem vollformatigen Kleinbildscan eine Bilddatei mit ca. 20 Megapixeln (5528 x 3685 Pixel) ergibt. Die daraus resultierende Dateigröße liegt bei ca. 58 MB im TIF-Format, womit sich hochwertige Ausdrucke bis DIN A2 realisieren lassen. Damit liegt der Nikon-Scanner nochmals deutlich über dem FS-120.

Noch deutlicher wird der Unterschied zwischen dem Braun FS-120 und dem Nikon 9000, wenn man die Zahlen von Mittelformatscans vergleicht: Ein 3200-ppi-Scan vom 6x6 Mittelformat mit dem FS-120 ergibt eine Bilddatei mit ca. 7560 x 7560 Pixeln, also mit 57,1 Megapixel. Eine solche TIF-Datei weist eine Dateigröße von ca. 168 MB auf und kann bei einer Druckauflösung von 300 dpi bis auf ca. 64 x 64 cm vergrößert werden. Ein Scan mit dem Nikon Super Coolscan 9000 ED mit 4000 dpi heruntergerechnet auf die effektive Auflösung von 3900 dpi ergibt beim 6x6 Mittelformat eine Datei mit 8445 x 8445 Pixeln, also ein Bild mit 71,3 Megapixeln und einer Dateigröße von 204 MB. Damit ist eine Vergrößerung auf etwa 72 x 72 cm bei einer Druckauflösung von 300 dpi möglich.

Mit 102% effektiver Auflösung übertrifft der Braun FS-120 zwar den Nikon Super Coolscan 9000 ED mi seinen 98%, absolut bleibt der Nikon 9000 mit seinen 3900 dpi jedoch Spitzenreiter. Trotz dieses Unterschieds kann man sagen, dass der Braun FS-120 einen sehr guten Auflösungswert erreicht, und dass die erzielte Dateigröße im Allgemeinen für die häufigsten Anwendungbereiche ausreichen wird. Die Auflösungswerte von Flachbettscannern - auch von hochwertigen Geräten - übertrifft der FS120 ohnehin bei weitem. Ein solcher, hochwertiger Flachbettscanner ist zum Beispiel der Epson Perfection V750 Pro. Vergleichen wir also die Auflösung der beiden Scanner bei Mittelformat-Scans miteinander:

Der Epson V750 Pro soll nach Herstellerangaben 6400 dpi liefern. Wie in unserem Testbericht beschrieben, konnten wir tatsächliche nur 2300 dpi messen. Ein Scan eines 6x6 cm Mittelformats mit der effektiven Auflösung von 2300 dpi mit dem Epson V750 Pro liefert eine Bilddatei mit 4980 x 4980 Pixeln (24,8 Megapixel), was eine Dateigröße von 71 MB ergibt. Dieser Scan kann bis ca. 42 x 42 cm bei einer Druckauflösung von 300 dpi ausgedruckt werden - also rund 42% kleiner als der Scan mit dem Braun FS-120. Da der Epson Perfection V750 Pro einer der besten Flachbettscanner ist, der aktuell auf dem Markt verfügbar ist, können wir folgendes festhalten:

In Sachen Auflösung ist der Braun FS-120 einem Flachbettscanner mit Durchlichteinheit deutlich überlegen und bekommt deshalb eine eindeutige Empfehlung für das Scannen von Mittelformaten.

Vergleichen wir abschließend noch den Braun FS-120 mit dem Plustek OpticFilm 120. Der Plustek scannt mit einer Nominalauflösung von 5300 dpi und liefert eine Effektivauflösung von 3450 dpi. In Sachen Effektivauflösung ist der Plustek OpticFilm 120 dem Braun FS-120 also leicht überlegen. Die 180 dpi mehr Auflösung erkauft man sich beim Plustek OpticFilm 120 jedoch mit extrem langsamen Scans mit 5300 dpi, die zahlreiche doppelte Pixel enthalten, so dass man nach dem Scannen die Bilddateien erst mal komprimieren muss, um die Bilddateien auf die tatsächlichen Inhalte zu beschränken. Dieser Prozess entfällt beim Braun FS-120 als erstem Scanner überhaupt komplett, da der Braun keine aufgeblähten Dateien mit doppelten Pixeln liefert.

Der Braun FS-120 ist der erste Scanner, der effektiv gleich viele Pixel wie nominal liefert. Eine aufwändige Komprimierung der Bilddateien nach dem Scannen entfällt also.

Betrachten wir als nächstes den Dichteumfang, der vom Hersteller mit Dmax > 3,6 angegeben wird. Aus diesem Wert kann man auf einen Dichteumfang von etwas über 3,0 schließen, was kein berauschender Wert ist. Vergleichbare Mittelformatscanner wie der Reflecta MF-5000 oder der Plustek OpticFilm 120 liegen jedoch auch in diesem Bereich. Das Feature Multi-Exposure in der SilverFast Scan-Software ist daher für sehr kontrastreiche Bilder unumgänglich. Laut Angaben des Software-Herstellers Lasersoft Imaging erhöht Multi-Exposure den Dichteumfang bei Scannern um bis zu 1, so dass der Braun FS-120 mit eingeschaltetem Multi-Exposure auf einen Dichteumfang von ca. 4 kommen würde.

MultiExposure mit der SilverFast 8 Studio Software beim Braun FS120

Das nebenstehende Bild mit der Aufnahme eines Strandes haben wir einmal mit MultiExposure und einmal ohne gescannt. Klickt man das Thumbnail an öffnet sich das Bild und wechselt in der Ansicht zwischen den beiden Scans. Für die Scans der Dias haben wir unser Testgerät mit einem 6x7 cm IT-8 Target für Kodak Film kalibriert. Wir empfehlen generell immer eine Kalibrierung durchzuführen, wenn man Diamaterial scannen möchte. Ausführliche Infos zu diesem Thema findet man auf unserer Seite zum Thema Scannerkalibrierung. Es ist gut erkennbar, welche Qualitätssteigerung die Verwendung von MultiExposure hier bewirkt. Wirkt der Scan ohne dieses Feature zunächst auch gut, merkt man erst beim Vergleich, dass der Scan mit der Mehrfachabtastung deutlich kontrastreicher ist und förmlich leuchtet.

Die Multi-Exposure-Funktion von SilverFast Ai Studio bringt beim Braun FS-120 also wirklich eine deutliche Steigerung der Bildqualität. Dies merkt man umso deutlicher, wenn man 10 oder 20 Bilder mit und ohne Multi-Exposure vergleicht. Trotz Mehrfachbelichtung kommt der Braun FS-120 an die Leistung des Nikon Super Coolscan 9000 ED dennoch nicht heran, überbietet aber auch hier die hochwertigeren Flachbettscanner, wie etwa den bereits erwähnte Epson Perfection V750 Photo.

iSRD Korrektur mit der SilverFast 8 Studio Software beim Braun FS120

Als nächstes nehmen wir die Staub- und Kratzerkorrektur unter die Lupe. In SilverFast heißt diese iSRD. Klickt man das nebenstehende Bild an, öffnet sich der rot markierte Bildausschnitt in der Vergrößerung. Die Ansicht wechselt hier zwischen dem Scan mit iSRD und dem ohne. Man kann sehr gut erkennen, dass die Staub- und Kratzerkorrektur das tut was man auch von ihr erwartet. Gerade im Himmel und an dem Bushaltestellenschild sieht man, dass die Staub- und Kratzerkorrektur alle kleinen und größeren Partikel entfernt hat. Eine aufwändige Fleckenrutsche bleibt einem daher beim FS-120 erspart. Lediglich bei Schwarz-Weiß Bildern bleibt einem dies nicht erspart, denn die Staub- und Kratzerkorrektur kann bei Schwarz-Weiß Filmen nicht angewendet werden.

Die automatische Staub- und Kratzerkorrektur funktioniert beim Braun FS-120 sehr gut und liefert hervorragende Ergebnisse.

Da der Braun FS-120 nur zusammen mit SilverFast ausgefliefert wird, verzichten wir auf den Vergleich zwischen den Scans mit CyberView und SilverFast. SilverFast würde das Duell eh gewinnen. Wie bereits erwähnt, ist die CyberView Software nur notwendig um Firmware Updates zu laden. Wie man solche Firmware-Updates durchführt, beschreiben wir zum Beispiel auf unserer Fragen und Antworten Seite zum DigitDia.

Negative mit dem Braun FS-120 und SilverFast 8 scannen

Als nächsten sehen wir uns das Scannen von Negativen an. Hierfür bietet SilverFast den NegaFix Dialog. Mit der Animation zeigen wir, wie einfach der passende Filmtyp in SilverFast ausgewählt werden kann. Zuerst wählt man aus, ob es sich um ein Dia, Negativ oder Kodachrome handelt. Als nächstes kann man dann einen Vorschauscan durchführen. Nun wählt man im NegaFix Dialog den Hersteller aus. In unserem Fall möchten wir einen Fuji-Film scannen. Als nächstes noch die genaue Filmbezeichnung. Unser Film ist ein Fuji Superia 200. Die ISO/ASA Zahl kann dann auch noch eingestellt werden und schon hat man die besten Voraussetzungen geschaffen um Negative schnell und farbgetreu scannen zu können.

Bei hoch- und höchstempfindlichen Filmen (ab ISO 400) ist die Funktion GANE zur Filmkornglättung sehr empfehlenswert. Dies steigert die Bildqualität, da bei Vergrößerungen dann das Filmkorn nicht mehr so deutlich zu sehen ist. Auch bei HDR Scans kann man direkt den Filmtyp im NegaFix Dialog wählen. Hier wird jedoch nur die Info in die Datei eingebettet und die Filmeinstellungen können in der HDR Software wieder bearbeitet werden.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Braun FS-120 eine sehr gute Bildqualität liefert, auch wenn er nicht an die Top-Qualität eines Nikon Super Coolscan 9000 ED herankommt.

Vergleichen wir zum Schluss noch den Braun FS-120 mit dem Plustek OpticFilm 120, indem wir zwei Bilder mit beiden Scannern scannen und direkt miteinander vergleichen.

Braun FS-120 Braun FS-120

Wenn man jeweils das Thumbnail anklickt, öffnet sich in einem neuen Fenster eine Ausschnittsvergrößerung zum besseren Vergleichen der Bilder. Bei den Bildern mit der Eisenbahn und dem Hoteleingang wird zunächst deutlich, dass die automatische Staub- und Kratzerkorrektur beim Braun FS-120 deutlich besser funktioniert als bei Plusteks Mittelformat-Scanner. Auch kann man erkennen, dass der Scan mit dem Braun Gerät, vor allem bei dem Eisenbahnfoto, deutlich Schärfer ist als der Scan mit dem Plustek OpticFilm 120.

Beim Kontrast kann man kaum einen Unterschied erkennen, und auch farblich sind die zwei Scans der beiden Vergleichsbilder fast gleich, da beide Male eine IT-8 Kalibrierung vorgenommen wurde. Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass der Braun FS-120 in Sachen Bildqualität dem Plustek OpticFilm 120 leicht überlegen ist. Halten wir also fest:

In Sachen Bildqualität setzt sich der Braun FS-120 an die Spitze vor seine Konkurrenten Reflecta MF-5000 und Plustek OpticFilm 120. An einen Nikon LS-9000 ED oder einen Hasselblad Flextight X1/X5 kommt er jedoch nicht heran.

Insgesamt hat uns die Bildqualität des Braun FS-120 sehr positiv überrascht. Besonders die hohe effektive Auflösung, die die Nominalauflösung übertrifft, und die sehr gut funktionierende Staub- und Kratzerkorrektur haben uns beeindruckt.

Die Scangeschwindigkeit des Braun FS-120

Zur Ermittlung der Scan-Zeiten wurde der Scanner per USB 2.0 an einen Rechner mit einem Core i5-3450 Prozessor und 8GB Arbeitsspeicher angeschlossen. Die verwendete Software war SilverFast 8.0.1r26. Da man mit dem Braun FS-120 in der Regel nur mit der Nominalauflösung von 3200 dpi scannt, haben wir Messungen nur für diese Auflösung gemacht. In der nachfolgenden Tabelle sind unsere Messergebnisse wiedergegeben:

Vorgang Dauer ohne iSRD Dauer mit iSRD
Vorschau KB 0:14 min -
KB Positiv-Scan mit 3200 ppi Auflösung 0:52 min 1:18 min
KB Negativ-Scan mit 3200 ppi Auflösung 0:54 min 1:19 min
Vorschau MF 0:38 min -
MF 6x6 Positiv-Scan mit 3200 ppi Auflösung 3:21 min 4:05 min
MF 6x6 Negativ-Scan mit 3200 ppi Auflösung 3:28 min 4:07 min

Beim Betrachten der Tabellenwerte erkennt man sofort, dass der Braun FS-120 ein sehr schneller Scanner ist. Einen Kleinbild-Scan mit automatischer Staub- und Kratzerkorrektur in knapp 80 Sekunden schaffen nur ganz wenige Scanner. Selbst der Magazinscanner Braun Multimag SlideScan 6000 aus dem gleichen Hause benötigt für ein Kleinbild-Dia in dieser Auflösung ungefähr die doppelte Zeit. Vergleichen wir aber lieber die Werte mit anderen Mittelformatscannern.

Der Braun FS-120 ist im Vergleich zum ähnlichen Reflecta MF5000 einen Tick schneller. So scannt der Braun FS-120 ein 6x6 Mittelformat Positiv oder Negativ in ca. vier Minuten während der Reflecta MF-5000 ca. viereinhalb Minuten braucht. Fairerweise müssen wir jedoch erwähnen, dass die Geschwindigkeit des Braun FS-120 mit der SilverFast Ai Studio Software ermittelt wurde, während beim reflecta MF-5000 CyberView zum Einsatz kam. Außerdem haben wir den Test des Brauns FS-120 an einem etwas schnelleren Rechner durchgeführt.

Interessanter ist der Vergleich des Braun FS-120 mit dem Plustek OpticFilm 120. Bei diesem Vergleich erkennt man eklatante Unterschiede in der Scangeschwindigkeit. Um beim Plustek 120 einen Scan mit effektiven 3450 dpi Auflösung zu erzielen muss man mit der Nominalauflösung von 5300 dpi scannen. Mit der Nominalauflösung braucht der Plustek OpticFilm 120 für ein KB-Dia über 6 Minuten und für ein 6x7 Mittelformat über eine Stunde. Als Resultat erhält man aufgeblähte Dateien, die man anschließend noch im Bildbearbeitung komprimieren muss. Der Braun FS-120 hinegegen liefert 3270 dpi effektive Auflösung beim Scannen mit der Nominalauflösung. Im Kleinbild-Bereich ist er dabei ca. 5 mal schneller als der Plustek, im Mittelformatbereich sogar ca. 15 mal schneller. Die nachträgliche Komprimierung entfällt, da die Nominalauflösung der Effektivauflösung entspricht. Somit gewinnt der Braun FS-120 das Geschwindigkeitsrennen gegen den Plustek OpticFilm 120 extrem deutlich.

Wenn wir abschließend noch den Braun FS-120 mit dem Nikon Super Coolscan 9000ED vergleichen, dann lesen wir aus den Tabellen zwar ab, dass beide Geräte ungefähr gleich schnell sind. Berücksichtigt man jedoch, dass die Nikon-Geschwindigkeitswerte mit Rechnern aus dem Jahre 2004 bei einer Nominalauflösung von 4000 dpi (effektiv 3900 dpi) gemessen wurden, so muss man den Nikon doch als Sieger im Geschwindigkeitsrennen küren, auch wenn der Vorsprung nicht sehr groß ist. Halten wir also fest:

Der Braun FS-120 ist ein sehr schneller Filmscanner, sowohl im Kleinbild-Bereich als auch im Mittelformat-Bereich.

Mit einer Scanzeit von gut einer Minute für eine Kleinbild-Vorlage und von ca. 4 Minuten für ein 6x6 Mittelformat können selbst professionelle Fotografen gut leben, und der Scanner eignet sich auch dazu, größere Mengen von Filmen in akzeptabler Zeit zu digitalisieren.

Gewährleistung

Für den Braun FS-120 gibt es derzeit noch keine Beschränkung der Gewährleistung seitens des Herstellers auf eine bestimmte Anzahl von Scan-Vorgängen.

Zusammenfassung, Fazit

Der Braun FS-120 ist ein sehr guter Filmscanner für Kleinbild-Filme und Mittelformat-Filme. Er zeichnet sich durch eine sehr gute Bildqualität und eine sehr hohe Scangeschwindigkeit aus. Mit einer effektiven Auflösung von 3270 dpi ist er der erste Scanner, seit wir Filmscanner testen, der die vom Hersteller angegebene Nominalauflösung (3200 dpi) zu 100% erreicht bzw. sogar übertrifft.


In unserem Filmscanner-Shop sind der Braun FS-120 sowie zusätzliche Filmhalter erhältlich.

Seine direkten Konkurrenten Reflecta MF-5000 und Plustek OpticFilm 120 schlägt der Braun FS-120 wegen seiner sehr schnellen Geschwindigkeitswerte. Was die Bildqualität betrifft liegen alle 3 Geräte auf ähnlichem Niveau, wobei der Braun FS-120 die Nase vorne hat. Den professionellen Mittelformatscannern von Nikon oder Hasselblad kann jedoch auch der Braun FS-120 nicht das Wasser reichen; diese Geräte spielen jedoch in einer ganz anderen Preis- und Qualitätsliga. Ebenfalls in einer anderen (viel niedrigeren) Preisliga spielen Flachbettscanner mit Durchlichteinheit von Epson, Canon oder Microtek. Diese schlägt der Braun FS-120 in nahezu jeder Hinsicht.

Aufgrund der sehr guten Bildergebnisse, der extrem schnellen Scangeschwindigkeit, der gut funktionierenden automatischen Staub- und Kratzerkorrektur und dem 100%igen Erreichen der Nominalauflösung in der Praxis können wir den Braun FS-120 derzeit als die Top-Empfehlung für Mittelformatscanner im mittleren Preisbereich daklarieren.

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