Epson Perfection V850 Pro Testbericht

Im November 2014 brachte Epson mit dem Perfection V850 Photo einen Nachfolger für den seit 8 Jahren auf dem Markt befindlichen Epson Perfection V750 Pro auf den Markt. Lange hat die Scanner-Gemeinde auf einen Nachfolger für den sehr bewährten Perfection V750 Pro gewartet. Jetzt ist es endlich so weit.


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Wenn nach 8 Jahren aus einem V750 ein V850 wird, dann klingt das nach einem großen Sprung, nach einer neuen Generation von Scanner mit höherer Auflösung, besserer Farbtreue, schnellerer Scangeschwindigkeit etc. Stellt man die beiden Geräte nebeneinander dann fällt sofort auf, dass sich äußerlich bis auf den Schriftzug gar nichts geändert hat. Und wenn man die Datenblätter der beiden Geräte miteinander vergleicht, dann fällt nur eine kleine Änderung auf: Der neue Epson Perfection V850 startet schneller: Die Aufwärmzeit beträgt weniger als eine Sekunde.

Bei näherem Betrachten erkennt man den technischen Unterschied zwischen dem Perfection V750 Pro und dem neuen Perfection V850 Pro: Im alten Modell kam als Lichtquelle eine weiße Kaltkathodenentladungsröhre zum Einsatz, im neuen V850 ist eine weiße LED als Lichtquelle eingebaut. Da eine LED sofort betriebsbereit ist, spart man sich ein paar Sekunden nach dem Einschalten des Scanners. Auf die Bildqualität hat die neue Lichtquelle keinen Einfluss.

Der neue Epson Perfection V850 Pro unterscheidet sich von seinem Vorgänger Epson Perfection V750 Pro gemäß dem Datenblatt nur marginal: Die kürzere Aufwärmzeit ist zwar gut für Anwender, die ad hoc blitzschnell einen Einzelscan benötigen und sich die paar Sekunden Aufwärmzeit des Vorgängers ersparen möchten; der normale Anwender, der seinen Scanner einfach einschaltet und währenddessen noch die Vorlagen herrichtet oder diverse Programme startet, merkt den Unterschied jedoch nicht, zumal die Aufwärmzeit ja nur beim allerersten Scan anfällt. Ab dem zweiten Scan ist der Scanner dann sofort betriebsbereit.


Erste Tests mit dem Epson Perfection V800 Photo haben schließlich doch einen markanten Unterschied zum Vorgängermodell ans Licht gebracht: Die Filmhalter haben sich geändert: Alle Filmhalter außer dem Diarahmenhalter haben jetzt Glasabdeckungen und sind höhenverstellbar. Der Kleinbild-Filmstreifenhalter kann nur noch 3 Filmstreifen aufnehmen statt 4 wie beim Vorgängermodell. Man kann also nur noch 18 Bilder im Stapelmodus scannen statt 24 wie beim Vorgängermodell. Der Filmhalter für Mittelformate hat nur noch einen Slot statt wie früher zwei, d.h. man kann nur noch einen einzigen 120/220 Rollfilm-Streifen einlegen. Und bei 4x5" Großformaten hat der Filmhalter nur Platz für ein einziges Bild; beim Vorgängermodell konnte man zwei 4x5" Großformate im Stapel scannen. Die große Durchlichteinheit des Epson Perfeection V800 Photo wird durch die neuen Filmhalter also gar nicht mehr ausgenutzt.

Die Höhenverstellbarkeit der Filmhalter macht ein Manko des Epson Perfection V800 Photo wett: Der Scanner hat einen Fixfokus, d.h. die Fokusebene kann nicht manuell eingestellt werden. Durch die Höheneinstellung am Filmhalter kann der Abstand zwischen Sensorzeile und Film variiert werden und so der Fokus beeinflusst werden.

Die Glasabdeckungen bei den neuen Filmhaltern machen nur dann Sinn, wenn stark gekrümmtes oder gewelltes Filmmaterial gescannt wird. Dann wird dieses nämlich platt gedrückt und es entstehen keine Unschärfen durch Film-Wellungen. Andererseits ist bekannt, dass Glas bei jedem Scanner zu Lichtverlusten führt und sogar zu störenden Newton-Ringen führen kann. Echte Filmscanner zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie glaslos arbeiten.

Wir haben inzwischen getestet, dass man die Filmhalter des Vorgängermodelles Epson Perfection V750 Pro auch für den V850 verwenden kann, jedoch mit der Einschränkung, dass die automatische Rahmenerkennung nicht funktioniert, d.h. man muss die einzelnen Scan-Rahmen manuell setzen. Dafür scannt man dann ohne zusätzliche Glasflächen, und bei Kleinbild-Filmstreifen kann man 4 Streifen statt 3 Streifen auf einmal scannen. Während die Glas-Filmhalter für den Epson V850 Pro noch nicht separat erhältlich sind, sind die glaslosen Filmhalter für Epson V750 nach wie vor erhältlich.


Der Unterschied zwischen dem Epson Perfection V850 Pro und dem Epson Perfection V800 Photo ist gleich wie der Unterschied bei den jeweiligen Vorgänger-Modellen: Epson verspricht beim V850 Pro eine höhere Bildqualität dank einer verbesserten High-Pass Optik. Bei den Vorgänger-Modellen konnten wir jedoch nie irgendeinen Unterschied in der Bildqualität zwischen den beiden Geräten feststellen.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem V800 Photo und dem V850 Pro ist die Software-Austattung: Bei beiden Geräten die Hersteller-eigene Scansoftware EpsonSCAN dabei. Beim V800 Photo ist zusätzlich SilverFast SE dabei, beim V850 Pro SilverFast SE Plus. Die SE-Plus-Variante unterscheidet sich neben der SE-Variante im wesentlichen durch die Multi-Exposure Funktion sowie eine automatische Rahmenerkennung bei Papierbildern. Bei den Vorgängergeräten hat sich jedoch deutlich gezeigt, dass man optimale Bildergebnisse mit diesen Geräten nur bekommt, wenn man sie mit der Scan-Software SilverFast Ai Studio und einer IT-8 Farbkalibrierung betreibt.

Derzeit planen wir keinen Testbericht über den neuen Epson Perfection V850 Pro. Wenn die einzige technische Änderung, die wir aus dem Datenblatt ablesen können, die verkürzte Aufwärmzeit ist, dann gilt der Testbericht über den Epson V750 in gleicher Weise für den V850 Pro.

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