Reflecta x1-Scan - Filmscanner mit CMOS-Sensor

Im Herbst 2007 kam mit dem reflecta x-Scan der erste Filmscanner auf den Markt, der Dias und Negative nicht mit einem CCD-Zeilensensor Zeile für Zeile abtastete sondern mit einem CMOS-Chip die ganze Filmvorlage auf einmal erfasste, also quasi abfotografierte wie eine Digitalkamera. Der Reflecta xScan blieb nur bis September 2008 auf dem Markt und wurde dann durch den Reflecta X2-Scan abgelöst.


Der Reflecta x1-Scan wurde im September 2008 durch den Nachfolger Reflecta x2-Scan abgelöst. Ersatz-Filmhalter sind noch erhältlich.

Während im Frühjahr 2009 noch ein Reflecta X3-Scan auf den Markt kam, der als erster Filmscanner ohne PC betrieben werden kann, kam im Herbst 2009 noch quasi als Nachzügler der Reflecta x1-Scan auf den Markt. Betrachtet man das Gehäuse des Reflecta x1-Scan so erkennt man sofort die Ähnlichkeit mit dem reflecta x-Scan. Bis auf die Aufschrift hat sich nichts geändert. Handelt es sich beim Reflecta x1-Scan also um einen x-Scan nur mit anderer Produktbezeichnung? Der x1-Scan verwendet die gleichen Filmhalter wie der x-Scan, also einen Diarahmenhalter für bis zu 3 gerahmte Kleinbild-Dias und einen Filmstreifenhalter für Negativstreifen bis zu einer Länge von 6 Bildern. Der x1-Scan digitalisiert sowohl Positive als auch Negative, d.h. in den Diahalter können auch gerahmte Negative eingelegt werden, und in den Filmstreifenhalter können auch Positivstreifen oder Einzelbilder (Positive und Negative) eingeleget werden.

Reflecta x1-Scan von vorne

Auch wenn die Filmhalter durch die Möglichkeit, mehrere Vorlagen auf einmal einzulegen, dem Käufer suggerieren, dass diese dann automatisch der Reihe nach gescannt werden, so ist hier Handarbeit angesagt; Wie beim Reflecta x-Scan befüllt man den Diahalter oder Negativhalter mit Kleinbilddias oder Kleinbildnegativen, führt den Filmhalter dann in den Scanner ein, macht eine Vorschau eines Bildes, führt einige Einstellungen durch, scannt das Bild und bewegt anschließend den Filmhalter per Hand bis zur nächsten Bildposition weiter, so dass das nächste Bild digitalisiert werden kann.

Der Reflecta x1Scan digitalisiert Kleinbild-Filme mit einer Auflösung von 1800 dpi; Scans mit einer solchen Auflösung haben eine Dateigröße von ungefähr 5 Megapixeln, also unteres Digitalkamera-Niveau. Wie wir in unserem ausführlichen Testbericht über den reflecta x-Scan gezeigt haben, liegt die tatsächliche Auflösung, die ein solcher Scanner in der Praxis bringt, jedoch niedriger als auf dem Datenblatt angegeben. Beim Reflecta x-Scan haben wir eine Auflösung von 1500 dpi gemessen; beim x1-Scan dürfte der Messwert in einem ähnlichen Bereich liegen. 1500 dpi effektive Auflösung bedeuten aber, dass man nur ca. 3 Megapixel an echten Bildinformationen enthält, die übrigen 2 Megapixel sind also doppelte Pixel. Damit holt der Scanner äußerst wenige Bildinformationen aus einem Kleinbild-Film heraus. Bedenkt man, dass Kleinbild-Dias oder Kleinbild-Negative, die mit einer guten Kamera belichtet wurden, Bildinformationen von bis zu 20 Megapixeln enthalten, so erkennt man schnell, dass man mit dem Reflecta x1-Scan nur einen Bruchteil der im Film tatsächlich vorhandenen Bildinformationen herausholt.

Reflecta x1-Scan von oben

In Sachen Auflösung hat sich also beim x1-Scan gegenüber den x-Scan keine Änderung ergeben; Auch die vom Hersteller angegebene Maximaldichte ist mit einem Wert von 3,0 gleich geblieben. Der resultierende Dichteumfang von ca. 2,5 bedeutet, dass das Gerät in dunklen und hellen Bildpartien keine Details mehr differenzieren kann, d.h. sehr dunkle Bereiche werden einfach schwarz und sehr helle Bildbereiche werden einfach weiß. Top-Filmscanner haben einen Dichteumfang, der 10 bis 100 mal grösser ist als derjenige des x-Scan. Wegen der niedrigen Auflösung und des geringen Dichteumfanges wird schnell klar, dass sich ein reflecta x1-Scan nicht zum Archivieren von Dias und Negativen eignet. Man holt einfach viel zu wenig heraus aus den im Film steckenden Bildinformationen.

Reflecta x1-Scan von hinten

Der x1-Scan wird wie der x-Scan über ein USB 2.0 oder USB 1.1 Kabel an den PC angeschlossen. Ein Betrieb am Apple Mac ist nicht möglich. Als Software liefert reflecta Arcsoft PhotoImpression 6 aus, also die gleiche Software wie beim x-Scan. Das bedeutet, dass der Scan-Vorgang gleich abläuft, wie wir ihn auf der Seite über den reflecta x-Scan beschrieben haben. Bei der Scan-Geschwindigkeit gibt der Hersteller eine extrem schnelle Zeit von einer Sekunde an. Wie bei den anderen Geräten der x-Scan Serie gilt aber auch für diese Zeit, dass noch die 20-30 mal längere Zeit für die Bilderfassung und Datenübertragung hinzukommt. Insgesamt muss man also gut 1-2 Minuten für einen kompletten Scan inklusive Vorschau, Einstellungen und Datenübertragung rechnen.

Worin unterscheidet sich schließlich der reflecta x1-Scan vom reflecta x-Scan? Es ist eine ganz kleine Zahl mit der Bezeichnung Farbtiefe. Während der reflecta x-Scan genauso wie sein Nachfolger x2-Scan eine Farbtiefe von 24 Bit hat, hat der Reflecta x1-Scan wie das Modell x3-Scan eine Farbtiefe von 30 Bit. Das bedeutet, dass pro Bildpunkt mehr Farbinformationen zur Verfügung stehen. Details und Beispiele zu diesem Thema gibt es auf unserer ausführlichen Seite über Farbtiefe. Eine größere Farbtiefe bedeutet nicht unbedingt eine bessere Bildqualität, jedoch hat man für die anschließende Bildbearbeitung mehr Tonwerte zur Verfügung, so dass sich mehr Bearbeitungsmöglichkeiten und Optimierungsmöglichkeiten für den Scan ergeben.

Da sich der Reflecta x1-Scan also nur unwesentlich vom x-Scan unterscheidet kommt man zum gleichen Fazit bei diesem Gerät: Der Reflecta x1-Scan ist ein äußerst preisgünstiger Filmscanner, mit dem man schnell und bequem ein paar Dias oder Negative in den Rechner bringen kann, um diese im Internet zu veröffentlichen oder an Freunde zu verschicken. Wegen der geringen Bildqualität eignet sich das Gerät jedoch nicht für die dauerhafte Archivierung seiner Diasammlung oder Negativsammlung. Dazu benötigt man einen Filmscanner mit höherer Auflösung und größerem Dichteumfang.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Filmscanner-Testberichte

High-End Scan-Service